Friday, April 3, 2009

Point Lay, Kaktovik and Polar Bears

Kaktovik liegt oestlich von Barrow, auf Barter Island, und Point Lay westlich. Point Lay hat 120 Einwohner im Winter und im Sommer soll es auf 220 steigen. Diese Ortschaften haben keine Strassenanbindung, sind nur von Luft oder Wasser erreichbar. Die Eskimos hatten keine festen Siedlungen, nur Winter- und Sommerquartiere, die staendig wechselten, je nach Nahrungsangebot. Apropo Nahrung! ..und eine weisse Wand.
Ein typisches White Out, Wind mit 100km/h und -45C, Sicht gleich null, die Gebaeude auf der anderen Strassenseite sind nicht mehr erkennbar.



Braucht jemand ein neues Auto? Fast Neu!
Was brauchen die Kleinen Lego oder TV, wenn man ein snowmobile haben kann!
Der Flug nach Kaktovik geht ueber Nuiqsut und Prudhoe Bay (Deadhorse), dem groessten Oelfeld in Nordamerika, und dauert ca. 3 Stunden. Wir waren fuer 5 Tagen in Kaktovik, einem Eskimodorf an der Beaufort Sea, im Arktischen Meer, 90 Meilen von der kanadischen Grenze entfernt. Das Dorf hat 300 Einwohner und davon sind die Haelfte Kinder und Jugendliche. Kaktovik liegt an der noerdlichen Grenze zu ANWR , Arctic National Wildlife Refuge. In den fruehen 50er Jahren wurde schon daran gearbeitet, dieses Gebiet zu schuetzen. Der bekannt Biologe Olaus Murie und seine Frau Margaret, genannt Mardy, haben viel dazu beigetragen, dass es 1980 endlich etabliert wurde, als "wilderness area". Ich habe Mardy Murie besucht in ihrem Haus in Wyoming, 2 Jahre vor ihrem Tod. Alle ihre Buecher sind wunderbar. Sie wurde 101 Jahre alt.
In Kaktovik wurde uns eines abends mitgeteilt, dass ein Eisbaer am Flughafen umherwandert. Der Flughafen besteht aus einer Piste und einem kleinen Hangar. Wir sofort alles liegen und stehen lassen, unsere Polarparkas angezogen, Kamera gegriffen und schon ging es hinaus in die arktische Kaelte. Schlappe -35C!
Wir haben den Baeren in 1km Entfernung mit den Fernglaesern beobachtet und wollten naeher an's Objekt, aber nicht unbedingt zu Fuss. Also haben wir ein Auto angehalten und der Fahrer wurde unser Chaffeur. Der Polarbaer war von mittlerer Groesse, wurde uns erklaert. Ich fand ihn eher klein, aber was weiss ich schon von Eisbaeren! Nach einer halben Stunde war unsere Kamera voll mit Bildern und grossartigen Eindruecken.Der Baer wanderte Richtung Dorf und wir hofften, dass er nicht auf die Idee kommt, in das Dorf zu marschieren. Fast jedes Haus hat einen Hund, angeleint und ein lebenlang im Freien, fristen sie ihr Dasein. Die Hunde werden abends gefuettert und ein hungriger Baer wird versuchen das Hundefutter, das im Winter oft aus Muktuk, Walfett, besteht, zu erbeuten.
Gegen 23 Uhr hoerte ich Schuesse. Doug meinte zwar es seien firecracker, aber das hoerte sich fuer mich nicht nach Feuerwerk an. Am naechsten Morgen hoerten wir dann verschiedene Geschichten.
Die erste war, dass es Warnschuesse waren, um den Baeren aus dem Dorf zu vertreiben. Er hatte sich doch noch hineingewagt. Die zweite war, dass der Baer verwundet wurde im Dorf, aber nicht erwischt wurde. Am Abend haben wir gehoert, dass der Baer in das Dorf gekommen ist, mit Schuessen nicht zuvertreiben war, es auf ihn geschosssen wurde und er weg humpelte. Einige Leute machten sich auf die Suche nach ihm noch in der Nacht. Erfolglos. Erst am naechsten Morgen wurde er dann tot gefunden in einer Senke. Als naechstes wurde uns erzaehlt, dass es ein kleiner Polarbaer war, der geschossen wurde, ein yearling, 1 Jahr alt. Wir sahen wahrscheinlich das Muttertier, auf der Suche nach ihrem Jungen. Die Toetung des Baeren hat uns sehr getroffen. Diese Tiere sind geschuetzt, aber es werden jaehrlich viele abgeschossen, da sie in die Doerfer auf Futtersuche kommen. Eskimos brauchen keine Lizenz fuer die Erlegung von Polarbaeren. Die Einwohner lassen Walfleisch, -fett und Karibufleisch im Freien liegen, eigentlich eine gute Idee, da die Winter lang und kalt sind, aber die Polarbaeren haben ausgezeichnete Nasen und sind hungrig und dadurch sehr gefaehrlich. Eine Lehrerin erzaehlte uns, anonym, dass es schon der vierte Baer in diesem Jahr war, der getoetet wurde. Im Sommer werden die Eisbaeren fuer die Touristen mit Fleisch angelockt und da wird schon mal einer "versehentlich" erschossen (leider nicht der Schuetze). Der Baer keine Chance gegen moderne Waffentechnologie und Schneemobile. Es werden von der Regierung in Alaska immer noch Lizenzen ausgegeben/verkauft fuer die Polarbaerjagd.
Ausgleichende Gerechtigkeit findet sich dann aber doch noch manchmal, obwohl der Landvermesser sehr wahrscheinlich ein "unschuldiges" Opfer war. Diesen Artikel habe ich bei Bild.de gefunden....immer gut fuer eine Schlagzeile.

Tuesday, March 31, 2009

Wenn zwei eine Reise tun.....

.....nach Barrow, on the Arctic North Slope. Two in the Far North by Mardy Murie. Dieses Buch ist ein Muss fuer jeden Alaska-Reisenden oder -Interessierten. Wir verbringen einen Monat on the North Slope und trotz der arktischen Temperatur von -40C wagen wir uns des oefteren hinaus, in die doch etwas feindliche Natur.

Aber laenger als eine halbe Stunde halten wir es dann doch nicht aus, ohne Erfrierungen an Nase und Wangen zu riskieren.

Der Kopf von einem Bowhead Whale. Die Waljagd ist ein wichtiger Bestandteil der Eskimokultur. Die Eskimos in den Vereinigten Staaten bezeichnen sich nicht Inuit, wie die kanadischen Nachbarn, sondern nennen sich Eskimo. Es gibt verschiedenen Gruppen, an der North Slope leben die Inupiat, sie sprechen Inupiaq.
Eines nachmittages flanierten wir durch die Strassen und folgten einem bestialischen Gestank. Im Inupiat Heritage Center wurde eine Bespannung fuer ein Umiak gefertigt, welches zur Waljagd verwendet wird.
Das Fell einer spotted seal in einer Ecke und ein Kaffekraenzchen in der anderen Ecke des Raumes erwartete uns.

Die Frauen naehen die Bootshaut aus mehreren Haeuten zusammen mit Karibusehnen, alles von Hand.
Wir werden gleich am Eingang gewarnt, dass der Geruch sich auf Haut und Kleidung festsetzt, ohne jeglichen Kontakt mit der Seehundhaut. Die Seehunde sind im August letzten Jahres getoetet worden, das Fleisch wird gegessen und die Haut wurde in Fett von Seehunden, Walross oder Walen eingewickelt und dann irgenwo in einer Ecke im Haus liegengelassen, wo es fermentiert um es wasserfest zu machen, bis es im Januar/Februar dann weiter verarbeitet wird.
Und es war keine Uebertreibung, unsere Kleidung riecht noch Tage spaeter nach dem alles durchdringenden Fett. Die Waljagd beginnt meist Ende April/Anfang Mai in Barrow und Point Lay.

Wednesday, February 25, 2009

Sonnige Tage.....

....und wir muessen das Haus "reisefest" machen, bevor wir fuer ein paar Wochen den sueden Alaskas verlassen, um in die hohe Tundra zu fliegen. Inupiat Eskimos leben dort und wir werden in 3 verschiedenen Ortschaften/Doerfern arbeiten. Es hat nur schlappe -16C in Barrow.

Die letzten Wochen war es kalt und sonnig und heute ist uns mal wieder der Durchlauferhitzer eingefroren. Doug hat es schnell (und preiswert!) repariert, geschweisst. Ohne den Durchlauferhitzer haben wir kein warmes Wasser im Haus, d.h. keine Dusche, keine Waermeflasche, oh ja-die brauchen wir-. Morgen werde ich nach Juneau fliegen und ein paar Tage mit Cindy, John, Scott, Sara (keine Sorge, nicht Sarah Palin!) und George verbringen. Restaurants, Maedls-Ratsch, TV und das "Gross-Stadt-Leben" geniessen, bevor es nach Barrow geht.

Gestern haben wir unsere Gas-Flaschen aufgefuellt, um sicher zu gehen, dass die Heizung weiter laeuft, waehrend wir weg sind.
Alle leeren Flaschen/tanks auf den Steg raus, in das Boot/Skiff geladen mit dem Kran und ab die Post, in die Stadt.
Wir muessen die Gezeiten abwarten um am Steg auf- und abzuladen, denn wir brauchen eine hohe Flut, um das Skiff am Steg zu landen. Unsere Gezeiten haben bis zu 7 Meter Unterschied.

Die Rehe geniessen die Sonne mit uns, wir halten Ausschau nach unserem 'runt' - Rehkitz.Wir hoffen, dass der Fruehling uns erwartet, wenn wir zurueckkommen. Die Weisskopfseeadler warten auch auf warmes Wetter. Um an Suesswasser zukommen, landen sie in unserem Bach auf den Eisschollen, waschen sich und trinken.

Saturday, February 14, 2009

Impressionen einer Spaziergaengerin

Fast Ferry - Connection to the outer world
Wer beobachtet wen?
Tidal Zone
Wolves chasing wolves?
Ice Skating

House with a view
Ice bergs and tug boats

Spring is in the air

Wednesday, February 11, 2009

Von Maeusen und Woelfen

Montag morgen, 8.30h, strahlender Sonnenschein. Doug steht am Fenster im Schlafzimmer und ruft: Wolves! Ich katapultiere aus dem Bett und sehe nur etwas verschwommenes am Waldrand beim Bach. Wo ist meine Brille? Doug rennt runter (Schlafzimmer ist im 1.Stock) und bringt Brille, Fernglaeser und Kamera. Wow! What a sighting! 2 Woelfe!
Der Alpha-Wolf frisst, wir raten, dass die Beute ein Reh ist und kein Riesenkaninchen. Der Beta-Wolf, deutlich kleiner als Alpha, wartet. Laeuft hin- und her, bis er an der Reihe ist, fuer's grosse Fressen.
Blut ueberall. Am Bachbett muessen die Woelfe das Reh erlegt haben, als es im schweren und nassen Schnee versucht hat die Boeschung rauf zulaufen. Unser Bach muendet im Meer und die Gezeiten, Ebbe und Flut, brechen das gefrorene Eis immer wieder auf, aber es macht es auch sehr schwer fuer die Rehe im zerstueckelten Eis, sich schnell fortzubewegen. Und jagenden Woelfen zu entkommen ist fast unmoeglich in diesen tueckischen Gegebenheiten. Dann haben die Woelfe die Beute zum Waldrand gezerrt, zu einem geschuetzteren Platz.

Alpha reisst immer wieder ein paar Stuecke von seiner Beute und verschwindet im Wald, kommt nach kurzer Zeit zurueck und frisst weiter. Beta vertreibt sich die Zeit mit "Jagd" auf die Raben, die auch Teil ein Stueck von der Beute haben wollen.

Alpha verschwindet endgueltig und Beta tut sich nun guetlich an den Resten. Am Schluss ist nur noch die Huelle, das Fell, uebrig. Unglaublich!

Wir sehen die letzten Jahre immer wieder Wolfsspuren, einer kleiner und einer groesser. Diese Tiere in voller Lebensgroesse zu erleben, ist einmalig. Die beiden muessen ein eigenes Rudel bilden, aber wir wissen nicht ob es sich um male/female handelt. Alpha ist ein riesiges Tier, erst im Vergleich zu Beta wird einem das bewusst. Hier mein Handabdruck im Schnee, etwas modifiziert, um es sichtbar zu machen. Unsere Woelfe in Southeast Alaska ernaehren sich auch an Lachsen. Leider werden Woelfe in Alaska immer noch geschossen und getrappt.


Alles wird verwertet in der Natur, die Adler und Raben halten Hof, bis nur ein bisschen Fell von dem gluecklosen Opfer uebrig ist. Bevor die Flut viele Spuren verschinden laesst, erkunden wir den Tatort.
Diese wunderschoenen, wilden Tiere zu beobachten, in ihrer natuerlichen Umgebung, wird fuer mich unvergesslich bleiben.

Und nun zu meinen kleinen Freunden. Eine Maus, eine ziemlich freche und abenteuerlustige, (und ein bisschen lebensmuede dazu) hat sich doch wieder eingeschlichen in die pantry, Vorratsraum. Mein Mitgefuehl fuer diesen kleinen Erdenbewohner haelt sich in Grenzen. Maeusedreck ueberall. Igitt. Fallen sind aufgestellt und mit peanut butter bestueckt, von Doug, nicht von mir. Das gehoert zu seinen Aufgaben! Nun heisst es - abwarten.
Abends kehrt wieder Frieden ein, wir sitzen auf dem Steg und geniessen den Sonnenuntergang mit heissem Kakao und Pfefferminzschnapps. Was fuer ein Tag!

Monday, February 2, 2009

Zihuatanejo

Juhuu! Endlich in die Waerme und Austrocknen! Unsere erste Woche in Mexico haben wir in Zihuatanejo verbracht. Einem kleinem Fischerstaedchen noerdlich von Acapulco, am Pazifischen Ozean. Zihua bietet gute Restaurants und schoene Straende, aber da es in einer Bucht gelegen ist, sind die Abwassermessungen immer sehr hoch. Wir sind in Bungalow Sotelo eingemietet und haben das Zimmer direkt am Strand. Unsere kleine Bucht, Plaja de Madera, ist ruhig und ich gehe jeden Morgen schwimmen, bevor wir auf unserer Terasse fruehstuecken. Wir geniessen die Sonne und Waerme.
Wir entdecken den Fischmarkt und kaufen Marlin und Sailfisch fuer einen Spottpreis. Frischen Fisch fischt Fischers Fritz, oder so aehnlich.
Die Mexikaner sind sehr freundlich und der Service ist ueberall gut. Natuerlich mussten wir immer wieder die Margaritas testen!
Ich habe schon Probleme mit den Hundebesitzern/Haltung in Alaska, aber in Barra de Potosi war ich krank vor Mitleid. Bin drei tagelang nicht an den Strand gegangen, weil ich das "arme haessliche Huendchen" nicht mehr sehen konnte. Habe versucht Kontakt mit einer Tierschutzorganisation zu bekommen, aber das Huendchen ist nicht mehr aufgetaucht. Ich hoffe einfach, dass es gestorben ist! Ist das nicht schrecklich, dass man sich sowas wuenscht!? Einheimische haben mir dann auch erzaehlt, dass es sehr schwierig ist diesen Hunden zu helfen, da ploetzlich Besitzer auftauchen koennen, die Schadensersatzforderungen stellen. Apropo Schadenersatz! Doug ist in ein Loch gefallen im Trottoir in Zihuatanejo und hatte ein Riesenglueck, dass nichts gebrochen ist. Er roch nur ein wenig streng, nach Abwasser. Und ehrlich gesagt, haben wir nicht versucht mehr ueber den Geruch rauszufinden, es stank zum Himmel! Die gerufene Polizei meinte, wie sollten uns einen Anwalt nehmen und die Stadt verklagen. Wir haben nur den Kopf geschuettelt und das Loch war in der naechsten Woche immer noch offen. Doug hatte ein Riesenglueck!
Die Vereidigung von Barrack Obama war ein bewegender Moment und wir haben es in einem kleinen Cafe verfolgt.
In der zweiten Woche besuchen wir Casa Frida, in Barra de Potosi, 30 km suedlich von Zihua, wo wir ueber das Leben von Frida Kahlo noch mehr lernen, Schildkroeten retten, noch mehr faulenzen und noch verruecktere Leute kennenlernen.
Ome (ausgesprochen Omi) und Dick leben in der Naehe von San Francisco und es war sofort eine Verbindung zwischen uns. Wir haben viele Stories erzaehlt und gelacht und Annabella hat fuer uns eines ihrer "Frida Kahlo"-Gerichte gekocht.
Das kleine Huendchen Frida, -nach wem die wohl genannt ist?- hat viel erdulden muessen in ihrem Leben, bevor sie von Annabella gerettet wurde.
Frida war eingeklemmt zwischen zwei Waenden fuer mind. fuenf Tage, bis Annabella und Jorge sie gerettet haben. Annabella hat sie in ein Taxi gesetzt und zum Tierarzt fahren lassen und dort wurde Sie operiert und fuer 6 Monate aufgepeppelt, das alles hat 7000 Pesos gekostet, 600 US Dollar, ein Vermoegen fuer dortige Verhaeltnisse.

Eines der Hoehepunkte unserer Reise war der Kajak Trip in die Mangroven, in Barra de Potosi. Die Vielfalt der verschiedenen "herons" war beeindruckend. In Alaska haben wir "nur" den Great Blue Heron, aber in den Mangroven haben wir auch die kleineren Verwandten gesehen, Snow Heron, etc. und sogar einen Kingfisher. Bevor es langweilig wurde, haben wir eine sea turtle gerettet.
Ich nehme an, dass sie alt war und wahrscheinlich hat sie versucht in der Lagoon zu sterben. Aber : no way bouday! Als gute American Tourists (OK, auch deutsche Touristen tun sowas!) wollten wir das nicht akzeptieren und haben sie aufs Kajak gehievt und in das offene Meer gebracht.
Annabella, Maria und Jorge kochen ein Mittagessen fuer die Gaeste und Nachbarn, im typisch mexikanischen Ofen und mit Musik.
Gab's diese Hosen im Angbot irgendwo?
Wir verlassen Casa Frida mit ein bisschen Wehmut, freuen uns aber wieder auf daheim. Und hier noch ein Staendchen zum Abschied.