Diese Ortschaften haben keine Strassenanbindung, sind nur von Luft oder Wasser erreichbar. Die Eskimos hatten keine festen Siedlungen, nur Winter- und Sommerquartiere, die staendig wechselten, je nach Nahrungsangebot. Apropo Nahrung! ..und eine weisse Wand.
Ein typisches White Out, Wind mit 100km/h und -45C, Sicht gleich null, die Gebaeude auf der anderen Strassenseite sind nicht mehr erkennbar.
Braucht jemand ein neues Auto? Fast Neu!
Was brauchen die Kleinen Lego oder TV, wenn man ein snowmobile haben kann!
Der Flug nach Kaktovik geht ueber Nuiqsut und Prudhoe Bay (Deadhorse), dem groessten Oelfeld in Nordamerika, und dauert ca. 3 Stunden. Wir waren fuer 5 Tagen in Kaktovik, einem Eskimodorf an der Beaufort Sea, im Arktischen Meer, 90 Meilen von der kanadischen Grenze entfernt. Das Dorf hat 300 Einwohner und davon sind die Haelfte Kinder und Jugendliche. Kaktovik liegt an der noerdlichen Grenze zu ANWR , Arctic National Wildlife Refuge. In den fruehen 50er Jahren wurde schon daran gearbeitet, dieses Gebiet zu schuetzen. Der bekannt Biologe Olaus Murie und seine Frau Margaret, genannt Mardy, haben viel dazu beigetragen, dass es 1980 endlich etabliert wurde, als "wilderness area". Ich habe Mardy Murie besucht in ihrem Haus in Wyoming, 2 Jahre vor ihrem Tod. Alle ihre Buecher sind wunderbar. Sie wurde 101 Jahre alt.
In Kaktovik wurde uns eines abends mitgeteilt, dass ein Eisbaer am Flughafen umherwandert. Der Flughafen besteht aus einer Piste und einem kleinen Hangar. Wir sofort alles liegen und stehen lassen, unsere Polarparkas angezogen, Kamera gegriffen und schon ging es hinaus in die arktische Kaelte. Schlappe -35C!
Wir haben den Baeren in 1km Entfernung mit den Fernglaesern beobachtet und wollten naeher an's Objekt, aber nicht unbedingt zu Fuss. Also haben wir ein Auto angehalten und der Fahrer wurde unser Chaffeur. Der Polarbaer war von mittlerer Groesse, wurde uns erklaert. Ich fand ihn eher klein, aber was weiss ich schon von Eisbaeren! Nach einer halben Stunde war unsere Kamera voll mit Bildern und grossartigen Eindruecken.
Der Baer wanderte Richtung Dorf und wir hofften, dass er nicht auf die Idee kommt, in das Dorf zu marschieren. Fast jedes Haus hat einen Hund, angeleint und ein lebenlang im Freien, fristen sie ihr Dasein. Die Hunde werden abends gefuettert und ein hungriger Baer wird versuchen das Hundefutter, das im Winter oft aus Muktuk, Walfett, besteht, zu erbeuten.
Gegen 23 Uhr hoerte ich Schuesse. Doug meinte zwar es seien firecracker, aber das hoerte sich fuer mich nicht nach Feuerwerk an. Am naechsten Morgen hoerten wir dann verschiedene Geschichten.
Die erste war, dass es Warnschuesse waren, um den Baeren aus dem Dorf zu vertreiben. Er hatte sich doch noch hineingewagt. Die zweite war, dass der Baer verwundet wurde im Dorf, aber nicht erwischt wurde. Am Abend haben wir gehoert, dass der Baer in das Dorf gekommen ist, mit Schuessen nicht zuvertreiben war, es auf ihn geschosssen wurde und er weg humpelte. Einige Leute machten sich auf die Suche nach ihm noch in der Nacht. Erfolglos. Erst am naechsten Morgen wurde er dann tot gefunden in einer Senke. Als naechstes wurde uns erzaehlt, dass es ein kleiner Polarbaer war, der geschossen wurde, ein yearling, 1 Jahr alt. Wir sahen wahrscheinlich das Muttertier, auf der Suche nach ihrem Jungen. Die Toetung des Baeren hat uns sehr getroffen. Diese Tiere sind geschuetzt, aber es werden jaehrlich viele abgeschossen, da sie in die Doerfer auf Futtersuche kommen. Eskimos brauchen keine Lizenz fuer die Erlegung von Polarbaeren. Die Einwohner lassen Walfleisch, -fett und Karibufleisch im Freien liegen, eigentlich eine gute Idee, da die Winter lang und kalt sind, aber die Polarbaeren haben ausgezeichnete Nasen und sind hungrig und dadurch sehr gefaehrlich. Eine Lehrerin erzaehlte uns, anonym, dass es schon der vierte Baer in diesem Jahr war, der getoetet wurde. Im Sommer werden die Eisbaeren fuer die Touristen mit Fleisch angelockt und da wird schon mal einer "versehentlich" erschossen (leider nicht der Schuetze). Der Baer keine Chance gegen moderne Waffentechnologie und Schneemobile. Es werden von der Regierung in Alaska immer noch Lizenzen ausgegeben/verkauft fuer die Polarbaerjagd.Ausgleichende Gerechtigkeit findet sich dann aber doch noch manchmal, obwohl der Landvermesser sehr wahrscheinlich ein "unschuldiges" Opfer war. Diesen Artikel habe ich bei Bild.de gefunden....immer gut fuer eine Schlagzeile.






































