Wednesday, February 11, 2009

Von Maeusen und Woelfen

Montag morgen, 8.30h, strahlender Sonnenschein. Doug steht am Fenster im Schlafzimmer und ruft: Wolves! Ich katapultiere aus dem Bett und sehe nur etwas verschwommenes am Waldrand beim Bach. Wo ist meine Brille? Doug rennt runter (Schlafzimmer ist im 1.Stock) und bringt Brille, Fernglaeser und Kamera. Wow! What a sighting! 2 Woelfe!
Der Alpha-Wolf frisst, wir raten, dass die Beute ein Reh ist und kein Riesenkaninchen. Der Beta-Wolf, deutlich kleiner als Alpha, wartet. Laeuft hin- und her, bis er an der Reihe ist, fuer's grosse Fressen.
Blut ueberall. Am Bachbett muessen die Woelfe das Reh erlegt haben, als es im schweren und nassen Schnee versucht hat die Boeschung rauf zulaufen. Unser Bach muendet im Meer und die Gezeiten, Ebbe und Flut, brechen das gefrorene Eis immer wieder auf, aber es macht es auch sehr schwer fuer die Rehe im zerstueckelten Eis, sich schnell fortzubewegen. Und jagenden Woelfen zu entkommen ist fast unmoeglich in diesen tueckischen Gegebenheiten. Dann haben die Woelfe die Beute zum Waldrand gezerrt, zu einem geschuetzteren Platz.

Alpha reisst immer wieder ein paar Stuecke von seiner Beute und verschwindet im Wald, kommt nach kurzer Zeit zurueck und frisst weiter. Beta vertreibt sich die Zeit mit "Jagd" auf die Raben, die auch Teil ein Stueck von der Beute haben wollen.

Alpha verschwindet endgueltig und Beta tut sich nun guetlich an den Resten. Am Schluss ist nur noch die Huelle, das Fell, uebrig. Unglaublich!

Wir sehen die letzten Jahre immer wieder Wolfsspuren, einer kleiner und einer groesser. Diese Tiere in voller Lebensgroesse zu erleben, ist einmalig. Die beiden muessen ein eigenes Rudel bilden, aber wir wissen nicht ob es sich um male/female handelt. Alpha ist ein riesiges Tier, erst im Vergleich zu Beta wird einem das bewusst. Hier mein Handabdruck im Schnee, etwas modifiziert, um es sichtbar zu machen. Unsere Woelfe in Southeast Alaska ernaehren sich auch an Lachsen. Leider werden Woelfe in Alaska immer noch geschossen und getrappt.


Alles wird verwertet in der Natur, die Adler und Raben halten Hof, bis nur ein bisschen Fell von dem gluecklosen Opfer uebrig ist. Bevor die Flut viele Spuren verschinden laesst, erkunden wir den Tatort.
Diese wunderschoenen, wilden Tiere zu beobachten, in ihrer natuerlichen Umgebung, wird fuer mich unvergesslich bleiben.

Und nun zu meinen kleinen Freunden. Eine Maus, eine ziemlich freche und abenteuerlustige, (und ein bisschen lebensmuede dazu) hat sich doch wieder eingeschlichen in die pantry, Vorratsraum. Mein Mitgefuehl fuer diesen kleinen Erdenbewohner haelt sich in Grenzen. Maeusedreck ueberall. Igitt. Fallen sind aufgestellt und mit peanut butter bestueckt, von Doug, nicht von mir. Das gehoert zu seinen Aufgaben! Nun heisst es - abwarten.
Abends kehrt wieder Frieden ein, wir sitzen auf dem Steg und geniessen den Sonnenuntergang mit heissem Kakao und Pfefferminzschnapps. Was fuer ein Tag!

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