Sunday, January 11, 2009

Unser kleiner Winterbaer

Es ist Mitte Januar und wir machen das Haus "mexicofest", (ja, wir gehen Sonne tanken) da besucht uns doch ein kleiner Schwarzbaer. Doug war im Bootshaus gestern nachmittag, er hoerte jemanden kommen und dachte ich bringe ihm eine Tasse Tee. Als er aufschaut von seinen Schrauben und Rohren, da sieht er den "Kleinen" unter dem Ruderboot auf ihn zugehen. Da stutzt der Baer und Doug und rate wer weg rennt. Genau, der kleine Schwarzbaer. Doug holt mich und die Kamera und wir folgen den kleinen Tatzenspuren im Schnee. Nach ein paar Metern, hinter der Holzlege, hoere ich ein Geraeusch im Baum, und da ist er. Hoch oben in einem Baum und er klettert immer hoeher, moeglichst weit weg von uns Menschen. Es ist schon daemmerig und wir machen noch schnell ein paar Fotos bevor wir uns zurueckziehen.

Ich versuche mir einzureden, dass der Kleine die restlichen Wintermonate ohne seine Mutter ueberstehen wird. Sie war weit und breit nicht zu sehen und das laesst bei einer Baerenmutter nur einen Schluss zu, sie ist tot. Vielleicht haben die Woelfe ihre Hoehle ausgegraben oder sie sind aufgewacht und die Mutter ist den Woelfen zum Opfer gefallen. Vielleicht war es auch eine Falle. Es gibt Fallensteller hier und es ist legal. Zum Kotzen! Es ist ein Yearling, geboren vor einem Jahr im Winter. Normalerweise bleiben die Jungen 2 Jahre mit der Mutter, bis sie alles zum Ueberleben gelernt haben.


Am naechsten Tag folgen wir seinen kleinen Abdruecken, finden die Baeume auf denen er raufgekrabbelt ist und reden uns ein, dass es ihm schon gutgehen wird.

Mittags haben wir Freunde zum Essen eingeladen und Rick entdeckt den Baeren auf dem Baum direkt am Haus (gleich beim Vogelhaeuschen!). Er sitzt jetzt dort schon ein paar Stunden und beobachtet uns, waehrend wir in ab und zu auch beobachten. Wir sind ratlos was wir machen sollen. Fuettern duerfen wir ihn nicht, er gewoehnt sich an Menschen und das ueberlebt er nicht, denn er wird zur Gefahr, weil er immer Futter von uns Menschen haben will und das kostet ihn sein Leben. Es ist wunderschoen diese Tiere in ihrer natuerlichen Umgebung zu sehen, aber es bricht mir auch das Herz.

Dritter Tag und der Baer war nicht untaetig. Er ist am Vogelhaeuschen hochgekraxelt, und hat das Vogelfutter geraeubert. Dabei sind ein paar kleine Schaeden entstanden, nichts was unser Baumeister, Meister Doug, nicht wieder richten kann. Dann ging es weiter in unseren Komposthaufen und da hatte der Schlingel dann so richtig Spass. Einen richtigen Dreck hat er gemacht, aber wer kann es ihm verdenken, der Hunger treibt ihn. Auf jeden Fall wissen wir, dass er Kartoffeln nicht mag.
Wir fliegen morgen nach Zihuatanejo in Mexiko, suedlich vom Golf von Cortez, um uns fuer ein paar Wochen aufzuwaermen. Wir werden sehen, ob unser Besucher danach noch hier ist.
Asta la Taco und Margaritas!

2 comments:

  1. Deine Seite gefällt mir sehr gut. Werde in Zukunft öfter mal bei Dir rein schauen. Liebe Grüße

    ReplyDelete